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Warum entsteht eine Blattlausplage? |
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Jetzt möchte ich aber die Gelegenheit nutzen, Sie für naturnahes Gärtnern zu begeistern, denn in der Tat ist das der Schlüssel zum einem Gärtnerleben ohne Blattlaussorgen.
Ich sage bewußt "...ohne Blattlaussorgen" und nicht "...ohne Blattläuse"!
Vergessen Sie`s, daß sie die Blattläuse ein für alle Mal und gänzlich loswerden. Das funktioniert nicht und wäre auch völliger Unsinn.
Vielmehr haben auch Blattläuse, wie überhaupt alles, was da kreucht und fleucht und wächst, eine wichtige Funktion im Ökosystem. Sie sind nämlich Nahrungsgrundlage für viele Tiere, für einige, wie z.B. die Marienkäfer, sogar die wichtigste. Was soviel heißt, wie: ohne Blattläuse keine Marienkäfer! Außerdem stehen sie u.a. noch bei Schwebfliegen, Florfliegen, Spinnen, Gallmücken, Wespen (jawohl, die auch!), einigen Schlupfwespenarten und Vögeln auf dem Speiseplan.
Soviele Feinde? - Aber wieso können dann Blattläuse so große Schäden anrichten? |
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Tagetes:
eignet sich zur Bodenpflege |
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Es ist ja auch nicht die einzelne winzige Laus, die den Gärtner zur Verzweiflung treibt und die Pflanze in die ewigen Jagdgründe schickt. Das eigentliche Problem besteht
darin, daß Blattläuse sich sehr schnell sehr stark vermehren können. In einem funktionierenden Ökosystem müssen sie das auch, sonst ist, bei so vielen Fraßfeinden der Fortbestand der Art ernsthaft in Gefahr.
Neben dem Gefressenwerden wird die Zahl der Läuse in der freien Wildbahn durch ein eingeschränktes Nahrungsangebot in Grenzen gehalten. Dort gibt es viele unterschiedliche Pflanzenarten auf kleinem Raum und längst nicht alle sind für die Blattsauger ein gefundenes Fressen.
Ein riesiges Salat- oder Kohlfeld hingegen muß in Blattlauskreisen der Inbegriff vom Schlaraffenland sein. Wenn noch dazu tüchtig mit Giften, die für Schadinsekten wie für ihre Gegenspieler gleichermaßen tödlich sind, "aufgeräumt" wird, dann haben so vermehrungsfreudige Tiere, wie die Blattläuse freie Bahn, um sich anschließend ungehindert ausbreiten und an Gärtners Arbeit gütlich tun zu können. Hinzu kommt, daß immer öfter bei allen Arten von Schadinsekten Resistenzen gegenüber Pflanzenschutzmitteln beobachtet werden. |
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Naturgarten:
garantiert biologoisches Gleichgewicht |
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Nun werden Sie sich vielleicht fragen: "Wo bleiben denn die Nützlinge? Bei einem so reich gedeckten Tisch müßten die doch in Scharen kommen?"
Tun sie auch, - aber - nur unter bestimmten Bedingungen!:
1. Die Gegenspieler sind oft Räuber. Weil sie somit in der Nahrungskette eine Stufe über den Blattläusen stehen, vermehren sie sich nicht so zahlreich und haben meist eine längere Entwicklungszeit. D.h. einmal an einem Standort dezimiert, dauert die Regeneration des Bestandes sehr viel länger, als die der Blattläuse. Hinzu kommt, daß nun auch noch die komplette Nahrungsgrundlage fehlt, - die Vermehrung ist also dadurch zusätzlich gebremst.
2. Die Vermehrung der Räuber geschieht immer zeitlich versetzt von der, der Beutetiere (siehe Nahrungsgrundlage in Punkt 1). So kann es geschehen, daß ein Jahr nach der Giftspritze eine Blattlausschwemme eintritt und ein Jahr später erst die entsprechenden Räuber "auf der Matte" stehen. Das kann u.U. im Jahr 1 zum totalen Ernteausfall führen (was den Gärtner häufig wieder dazu veranlasst, zur Spritze zu greifen, - ein Teufelskreis!).
3. Die Nützlinge brauchen mehr, als nur Blattläuse, um überleben zu können. Sie benötigen Unterschlupf und Nistmöglichkeiten und auch ein Versteck für den Winter.
Häufig sind die Nahrungsansprüche von z.B. Larven andere, als die der Erwachsenen Tiere. Bei Schwebfliegen ist es beispielsweise so, daß die Larven räuberisch leben, also z.B. Blattläuse verspeisen, die Erwachsenen aber nur friedlich Nektar schlürfen. |
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