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Kräuter-Anzucht und Kräuter-Aussaat im Garten oder im Topf |
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Möchte man Pflanzen anbauen, steht man vor der Entscheidung: " Selbst
aussäen oder Pflanzen kaufen?"
Die eigene Jungpflanzenanzucht ist in jedem Fall eine spannende Angelegenheit.
Dazu braucht man mindestens einen sehr hellen Platz auf dem Fensterbrett oder,
besser noch, ein Gewächshaus, denn mit der Pflanzenanzucht wird u.U. schon
Ende Februar begonnen.
Es ist wichtig, daß die Pflanzen nicht zu warm stehen und es gilt, je
wärmer der Pflanzenkindergarten, umso mehr Licht muß vorhanden sein.
Weil um diese Jahreszeit die Strahlungsintensität der Sonne noch etwas
dürftig ist, sind Temperaturen zwischen 10 und 15°C für einige
Pflanzenarten bis zu 18°C anzustreben.
In der Regel werden die Samen breitwürfig in Schalen nicht zu dicht ausgesät,
Lichtkeimer werden leicht angedrückt, Dunkelkeimer
mit etwas Erde bedeckt. Große Samen werden einzeln in passende Töpfchen
gesteckt. |
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Kräuteraussaat
in Schalen |
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Gegossen werden feine Aussaaten am besten mit einer Blumendusche. Das bringt Erde
und Samen nicht durcheinander und die gesamte Oberfläche kann gleichmäßig
benetzt werden. Die Erde darf nicht austrocknen. Um ein leicht feuchtes, gleichmäßig
warmes Kleinklima zu schaffen, ist es sinnvoll die Schalen mit einer Folie oder
einem durchsichtigen Plastikdeckel abzudecken.
Wenn das zweite Blattpaar zu wachsen beginnt, werden die Pflänzchen pikiert
. Dabei ist es wichtig, daß die zarten Würzelchen nicht zerrissen oder zerquetscht
werden, weil die entstehenden großflächigen Wunden sonst Eintrittspforte für Krankheitserreger
werden können.
Sind die Wurzeln sehr lang, können sie mit einer scharfen Schere etwas
gekürzt werden. Das fördert ihre Verzweigung.
Als Aussaaterde benutze ich am liebsten reines ungedüngtes Kokosfasersubstrat. Es gibt natürlich auch Nährstoffarme Aussaaterde
zu kaufen. Bei der Aussaat wird noch nicht gedüngt, weil das Pilzen und
Bakterien Vorschub leistet. Die Pflanzen können mit den angebotenen Nährstoffen
in dieser Zeit noch nichts anfangen, weil sie alles nötige noch weitgehend
aus den Samenvorräten beziehen.
Wem die eigene Anzucht zu aufwendig ist, oder wer keinen geeigneten Platz dafür
hat, der kann ab Mai auch fertig vorgezogene Kräuterpflanzen kaufen. Es
gibt auch Pflanzenarten, bei denen die Vermehrung durch Aussaat nicht ohne weiteres
möglich ist. Dazu zählen z.B. sortenechte Pfefferminze oder französischer
Estragon .
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Liebstöckelsämlinge:
sie können bald pikiert werden |
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Beim Pflanzenkauf sollten sie unbedingt nach qualitativ hochwertigen Pflanzen
suchen, auch wenn deren Preis etwas höher liegt, als bei eventuellen Billigangeboten
aus dem Supermarkt. Schließlich möchten sie möglichst jahrelang
Freude an ihren Schützlingen haben und sie nicht nach einigen Monaten dem
Kompost übergeben müssen.
Gute Qualität erkennt man im Wesentlichen daran, daß die Blätter
dem Pflanzentyp entsprechend grün und gesund aussehen und kräftige
Jungtriebe bzw. Knospen zu sehen sind. Wenn die Blätter bei üppig
grüner Farbe weich und schwammig sind, dann ist das ein Zeichen, daß
die Pflanzen im Gewächshaus mit viel Stickstoff schnell aufgezogen wurden.
Lassen sie lieber die Finger davon, solche Pflanzen sind sehr anfällig
für Schadinsekten, Pilze und Bakterien.
Sie sollten es sich auch nicht nehmen lassen, die Pflanze, die sie kaufen möchten
einmal vorsichtig auszutopfen. Legen sie dazu die linke Hand flach auf die Erde
und sichern sie die Pflanze, während sie mit der rechten Hand den Topfboden
vorsichtig drücken, bis ihnen der gesamte Topfinhalt entgegen kommt.
Ist der Ballen gut mit weißen Wurzeln durchzogen, haben sie es mit einem
gesunden Exemplar zu tun. Sind die Wurzeln hingegen dunkelbraun, oder haben
sie gar nur lose Erde in der Hand, ist es keine Qualitätsware, denn entweder
sind die Wurzeln angefault oder die Pflanzen sind nicht genügend bewurzelt.
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pikierte Kräuterpflanzen
im Gewächshaus |
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Es ist auch möglich Kräuter direkt an Ort und Stelle auszusäen.
Diese Methode eignet sich besonders für einjährige Pflanzenarten. Achten
sie dabei darauf, ob die Samen zum Keimen Licht oder Dunkelheit brauchen. Meistens
steht das auf den Samentütchen drauf.
Lichtkeimer sollten sie nur leicht im Boden andrücken und nicht bedecken.
Um die Saat vor Austrocknung zu schützen, können Lichtkeimer bis zum
Auflaufen mit einem Stück Vlies (gibt es in Gartencentern zu kaufen) leicht
bedeckt werden. Arten, die zur Keimung kein Licht brauchen oder vertragen, werden
in etwa 3cm bis 5 cm tiefe Furchen gesät, mit einer leichten Brause angegossen
und mit Erde bedeckt. |
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