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  Düngung - die wichtigsten Grundsätze

  Das Kapitel "Düngung" ist jenes, in welchem das Prinzip "weniger ist mehr" dem Motto "viel hilft viel" unbedingt vorgezogen werden sollte. Gerade Hobbygärtner scheinen häufig die Befürchtung zu haben, daß ihre Pflanzen verhungern könnten. Das beweist eine Untersuchung des Untersuchungszentrums Münster - LUFA, bei der im Zeitraum von 1990 bis 1999 22.000 zur Untersuchung eingesandte Gartenböden nach dem Landwirtschaftlichen Versorgungsstufenschema in Gehaltsklassen eingeteilt wurden. Die Ergebnisse wurden dann verglichen mit 483.700 Ackerböden.

Dabei wurde festgestellt, daß die meisten Gartenböden 3- bis 10- fach höher mit Nährstoffen versorgt waren als die Ackerböden. Das bedeutet, daß die meisten Gartenböden hoffnungslos überversorgt sind und der Gärtner genau genommen nicht einmal mehr Kompost ausbringen dürfte. Die Gründe dafür dürften darin liegen, daß viele Hobbygärtner weder wissen, was tatsächlich in ihrem Boden vorhanden ist, noch eine Vorstellung von der Dimension der Nährstoffgehalten ausgebrachter organischer und mineralischer Dünger (auch Kompost ist ein Dünger!) haben.

 
  Nährstoffkreislauf im Wald:

aus Blättern wachsen Bäume
  Damit bin ich schon beim ersten wichtigen Grundsatz der Düngung angelangt. Der lautet nämlich: Eine Überversorgung mit Nährstoffen ist genauso wie eine Unterversorgung zu vermeiden.

Warum?

Sind gärtnerisch genutzte Böden unterversorgt, - d.h. wird dem Boden nicht zurückgegeben, was man ihm entzieht, dann verwittert er schneller, die Tonminerale werden zerstört und der Boden wird auf lange Sicht irreversibel unfruchtbar.
Eine Überversorgung mit Nährstoffen kann zum einen die Pflanzen schädigen, - zum anderen werden diese Nährstoffe aus dem Boden ausgewaschen und belasten Oberflächengewässer und Grundwasser.

Das erste, was sie also tun sollten um Fehler bei der Düngung zu vermeiden ist, ihren Boden auf die Nährstoffgehalte untersuchen zu lassen. Für Kräuter reicht es in der Regel, die oberste Bodenschicht von 0 bis 30 cm zu analysieren. Die Analysen lassen sie am besten von einem wissenschaftlichen Labor durchführen. Es gibt zwar im Handel verschiedene Tests zu kaufen, die sind allerdings sehr ungenau.

Um die Proben zu gewinnen machen sie mit einem Spaten an 12 - 15 gut verteilten Stellen auf ihrer Gartenfläche einen 30 cm tiefen Einstich. Die so gewonnenen Bodenproben mischen sie gut miteinander und füllen etwa ein bis zwei Liter davon in eine Plastiktüte. Diese können sie dann per Post an das Labor verschicken.

 
  Leguminosen als Gründüngung:

Bodenpflege und Stickstoffdüngung
  Bodenuntersuchungen werden u.a. von den Landwirtschaflichen Untersuchungs- und Forschungsanstalten (LUFA) des jeweiligen Bundeslandes durchgeführt. Adressen finden sie hier. Erkundigen sie sich vorher über den Preis. Bei der Untersuchung auf die Nährstoffe Phosphat, Kali, Magnesium und auf den pH- Wert dürfte der Gesamtpreis zwischen 8 und 15 Euro liegen.

Hier an dieser Stelle eine genaue Düngeanleitung zu geben ist unmöglich, weil die Art der Düngung genau auf die Pflanzenarten, die Bodenart und den Bodenzustand abgestimmt sein müssen. Allgemein kann ich empfehlen, eher auf langsam wirkende organische Dünger zurückzugreifen, als auf schnell verfügbare künstlich erzeugte Mineraldünger.

Organische Dünger tragen zur Erhöhung des Humusgehaltes bei und ernähren das Bodenleben, welches wiederum die enthaltenen Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar macht. Das Mittel der Wahl wird bei einem Hobbygärtner meist der Kompost sein, weil er die Möglichkeit zur Kreislaufwirtschaft bietet und kostenlos selbst hergestellt werden kann. In der Regel enthält er die Hauptnährstoffe Phosphat, Kalium und Magnesium sowie Spurennährstoffe in ausreichendem Maß. Stickstoff ist hingegen im Kompost aus pflanzlichen Abfällen nur sehr wenig vorhanden.

 
  Kühe als Düngerproduzenten:

Kuhfladen sind wertvoll
  Wenn eine Gründüngung mit Leguminosen eingesät wird kann über die Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft im Boden angereichert werden. Eine weitere Möglichkeit zur Düngung mit Stickstoff ist kompostierter Tiermist. Auch organische Handelsdünger können verwendet werden.

Ich persönlich benutze "Compo Guano", einen Dünger, der zu 70 % aus Seevogelexkrementen besteht und mit kalireichem Gesteinsmehl angereichert ist. Er enthält 11% Gesamtstickstoff, 6% Gesamtphosphat, 4% Kali und 3% Magnesium.( Die Angaben sind natürlich Gewichtsprozent - d.h. 100g enthalten z.B. 11g Gesamtstickstoff.)

Die Angabe "Gesamt-" bezieht sich auf, den wasserlöslichen und den wasserunlöslichen Anteil. Das bedeutet, daß nicht der gesamte Nährstoffanteil sofort für die Pflanze zur Verfügung steht. Die Nährstoffe werden nach und nach von Mikroorganismen freigesetzt.

Soweit einige grundlegende Anhaltspunkte.

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