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Schachtelhalm (Equisetum spp.)
Standort
Die meisten in Deutschland vorkommenden Schachtelhalmarten bevorzugen sonnige bis halbschattige Standorte mit frischem, gern auch schweren tonigen bis lehmigen Boden mit reichlich Feuchtigkeit bzw. wie im Falle des Sumpfschachtelhalmes (Equisetum palustre) und des Waldschachtelhalmes (Equisetum sylvaticum) sogar regelrecht morastige Böden, Feuchtwiesen und Gräben. Einen besonders hohen Wasserbedarf hat der Teichschachtelhalm (Equisetum fluviatile), der an sonnigen Ufern sowie in Röhrichten zumeist direkt im Wasser zu finden ist. In Gartenbau und Landwirtschaft gilt der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) als Zeigerpflanze für mangelhaft belüftete und verdichtete Böden.

Familie: Schachtelhalmgewächse - (Equisetaceae)

Geschmack und Verwendung in der Küche:
In der Küche findet der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) Verwendung. Die im Frühjahr erscheinenden fruchtbaren (sporangientragenden) Sprosse (gelbliche bis rotbräunliche Färbung) sollen ähnlich wie Spargel zuzubereiten sein. Aus den anschließend erscheinenden sterilen grünen Trieben lässt sich Tee zubereiten. Schachtelhalmtee ist zwar vor allem als Arzneitee bekannt, ist aber durch seinen angenehm milden Geschmack auch als bekömmliches Getränk im Rahmen einer gesunden Ernährung zu verwenden.

Wirkungsweise:
Der aus Ackerschachtelhalm (E. arvense) zubereitete Tee wird vor allem bei entzündlichen Blasen - und Nierenerkrankungen zur Durchspülungstherapie eingesetzt. Traditionell ist auch die Anwendung bei rheumatischen Beschwerden und Gicht. Äußerlich kann Ackerschachtelhalm in Form von Bädern und Umschlägen bei schlecht heilenden Wunden, durch Knochenbrüche verursachte Schwellungen und Ausschlag verwendet werden. Ackerschachtelhalm hat einen hohen Gehalt an leicht löslicher Kieselsäure sowie an Kaliumsalzen und Flavonoiden. In geringen Mengen sind auch die Alkaloide Palustrin und Nicotin enthalten.
(SCHOENFELDER 2001)

Andere Schachtelhalmarten wie Sumpfschachtelhalm (Equisetum palustre) und Waldschachtelhalm (Equisetum sylvaticum) werden als giftig angesehen.
Vergiftungen sind bisher jedoch nur bei Weidetieren, insbesondere Rindern und Pferden beobachtet worden. Bei Pferden werden die Vergiftungssymptome als "Taumelkrankheit" bezeichnet. Früher nahm man an, daß die Giftwirkung auf das in Sumpfschachtelhalm in höheren Konzentrationen vorkommende Palustrin zurückgeht, jüngere Untersuchungen ergaben jedoch, daß der durch das enthaltene Enzym Thiaminase hervorgerufene Vitamin B1 - Mangel für die Symptome verantwortlich ist. (VEIT et al.1989 in FROHNE und PFÄNDER, 1997, S. 166 - 167) Allerdings sind Vergiftungen bei Tieren nicht nur mit Sumpfschachtelhalm, sondern auch dem oben beschriebenen Ackerschachtelhalm sowie dem Riesenschachtelhalm (Equisetum telmateia) beschrieben worden. Darauf, daß eine Giftigkeit für Menschen besteht, gibt es bisher auch beim Sumpfschachtelhalm keine Hinweise.(FROHNE und PFÄNDER, 1997) Als Bestandteil von Tees und Teemischungen sind andere Arten als E. arvense dennoch nicht zugelassen.

Wissenswertes über Schachtelhalm:
Schachtelhalmartige gehören zur KLasse der Farnpflanzen. Sie sind heute nur noch mit der Gattung Equisetum (Ordnung: Equisetales) vertreten und stellen in gewisser Weise einen lebendigen Teil Erdgeschichte dar. Schachtelhalme gab es bereits im Karbon (Beginn vor ca. 360 Millionen Jahren, Ende ca vor 300 Millionen Jahren) und die heute noch vorkommenden Arten sind bereits im Oberkarbon nachgewiesen. Im Mesozoikum (Beginn vor 245 Millionen Jahren - Ende vor 65 Millionen Jahren) sind sie z.T. recht häufig gewesen. Fossile Schachtelhalmartige hatten z.T. sowohl hinsichtlich ihrer Form, als auch ihrer Größe baumartige Ausmaße. Die im Karbon häufigen baumartigen Vertreter der Gattung Calamites wiesen sogar, ähnlich unseren heutigen Bäumen, sekundäres Dickenwachstum auf. Sie waren hinsichtlich ihres Habitus den heute vorkommenden Schachtelhalmen recht ähnlich. Im Gegensatz zu den heutigen Bäumen waren sie in der Lage an den Nodien der Stämme Wurzeln auszubilden, die ebenfalls zu sekundärem Dickenwachstum fähig waren.

Die Stengel sowie die Seitentriebe der Schachtelhalme sind aus ineinandergesteckten (geschachtelten), Internodien aufgebaut, was den Pflanzen ihren Namen gab. Eine Besonderheit der Schachtelhalme ist, daß sie zur Stabilisierung ihrer Zellwände anstelle von Lignin (wie andere Pflanzen) Silikate einlagern. Dies ist ansonsten nur bei Organismen wie Kieselalgen, einigen Schwämmen und Strahlentierchen der Fall.

Schachtelhalme vermehren sich durch ihr im Boden kriechendes Rhizom sowie durch Sporen. Die keulenförmigen Sporophyllstände stehen immer am Sproßende. Es werden fruchtbare und unfruchtbare triebe gebildet. Bei Wald - und Sumpfschachtelhalm sind die fruchtbaren und unfruchtbaren Triebe gleichgestaltet und sie erscheinen auch gleichzeitig. Beim Ackerschachtelhalm erscheinen im Frühjahr zunächst die gelblichen bis rötlich-braunen sporentragenden Triebe. Diese sind unverzweigt, enthalten kein Chlorophyll und sind daher nicht zur Photosynthese fähig. Die Ernährung dieser Sprosse geschieht aus Rhizomknollen, in denen im Vorjahr Nähstoffvorräte gespeichert wurden. Nachdem Absterben der fertilen Triebe erscheinen die sterilen grünen Sommertriebe, die bis zu 50 cm hoch werden können.

Literatur:

Schoenfelder ,Ingrid und Peter: Der neue Kosmos Heipflanzenführer, Kosmos-Verlag, Stuttgart 2001

Frohne D. und Pfänder H.J.: Giftpflanzen. Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte, Toxikologen und Biologen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1997
Schachtelhalm, Ackerschachtelhalm, sterile Triebe
Ackerschachtelhalm, sterile Triebe
Ackerschachtelhalm, Sporophyllstand
Ackerschachtelhalm, Sporophyllstand
Schachtelhalm, Ackerschachtelhalm, fertile Triebe
Ackerschachtelhalm, fertile Triebe
 

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