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  Magisches Kräuter-Porträt:

  Die Brennessel ist eine der verbreitetsten und bekanntesten Wildpflanzen der nördlichen gemäßigten Breiten unserer Erde. Sie findet sich mit Vorliebe in der Nähe der Menschen und ihrer Siedlungen ein und wächst dort ebenso üppig wie unbeachtet und oft ungebeten.

Die meisten Menschen betrachten sie schlichtweg als lästiges Unkraut. Wohl jeder hat schon mindestens einmal mit ihren Brennhaaren Bekanntschaft gemacht, denen die Pflanze sogar ihren Namen, deutschen wie lateinischen, verdankt, denn Urtica, wie die Brennessel botanisch heißt, ist abgeleitet von lat. „urere“ und das bedeutet „brennen“.

Aber genauso, wie sie von manchen Menschen gemieden und bekämpft wird, so wurde und wird die Brennessel von anderen hoch geschätzt – als höchst wertvolles Nahrungsmittel, als vielseitige Heilpflanze, als Tausendsassa im Biogarten, als Faserpflanze - und – als unverzichtbare und mächtige Zauberpflanze.

Es gibt Brennesseln in groß und in klein. Die große Brennessel – Urtica dioica ist weit verbreitet, zweihäusig (das heißt, es gibt männliche und weibliche Pflanzen) ausdauernd und vermehrt sich stark über Wurzelausläufer. Die Kleine Schwester- Urtica urens- ist seltener, als die große, sie ist einjährig und außerdem einhäusig, vereint also männliche und weibliche Blüten auf einer Pflanze, bildet keine Wurzelausläufer und vermehrt sich daher ausschließlich über Samen. Eßbar sind beide Arten.

Nach der Brennessel wird eine ganze Pflanzenfamilie benannt, - die Urticaceae – auf deutsch „Brennesselgewächse“.
Zu ihrer Verwandschaft gehören auch Hopfen (Humulus lupulus) und Hanf (Cannabis sativa).
Brennessel, Hopfen und Hanf gehören alle zur Ordnung der Urticales, der Brennesselartigen.
Hopfen und Hanf werden allerdings in eine eigene Familie, die Cannabinaceae (Cannabisgewächse), eingeordnet.
 
  Brennesseln

sind heilsam.
  Brennesseln sind nie wirklich „gezähmt“ worden, obwohl sie für uns Menschen so viele positive Eigenschaften haben. Sie sind unbequem und stechen jeden, der ihnen zu nahe kommt (meistens). Die Brennessel entsprach nie dem Schönheitsideal kultivierter Menschen, aber sie offenbart ihre Schönheit jedem, der sich auf sie einlässt. Die geraden kantigen Stängel, der aufrechte Wuchs, die klar strukturierten, gezackten Blätter, im Kontrast dazu die traubigen, oft silbrig grün-schimmernden Fruchtstände, die tief dunkelgrüne, satte Farbe der Blätter, die sich gelegentlich eindrucksvoll von rötlichen Stengeln abhebt...

Brennesseln gehören zu den ältesten mittel- und nordeuropäischen Zauberkräutern. Schon in der germanischen Mythologie galt die Brennessel als heilig und wurde dem Gott Donar (auch Thor genannt) zugeordnet. Donar war zuständig für Blitz und Don(ar)ner, also fürs Gewitter, - und Blitze können ja bekanntlich eben solch brennende Feuer entfachen, wie die Brennessel auf unserer Haut. Von dieser Verknüpfung zeugt noch heute der mancherorts übliche Name „Donnernessel“. So wurde die Brennessel denn auch benutzt um das Haus vor Blitzeinschlag zu schützen, nämlich indem sie z.B. bei einem herannahenden Gewitter ins Herdfeuer geworfen wurde.

Donar bringt aber nicht nur Blitz und Donner, sondern auch befruchtenden Regen. Auch die hitzigen, ungestümen Frühjahrstriebe, das geradezu explodierende neue Leben, die aufschießenden Säfte bei Pflanzen, Tieren und natürlich uns Menschen sind sein Metier, - und das der Brennessel.

So gehört sie auch zu den ersten Kräutern, die im Frühling ihre frischen Triebe aus dem Boden schieben und so mit jugendlichem Ungestüm eine neue Zeit des Wachstums und der Fruchtbarkeit eröffnen.

Und wo ich gerade bei Fruchtbarkeit bin, - zu selbiger trägt die Brennessel auch gern in unseren Gärten bei. Ihre Wildheit und ungezügelte Vitalität, kann nämlich auf so manches Gartenpflänzchen „abfärben“. Sowohl als Mischkultur – Partnerin, als auch in Form selbstgebrauter Pflanzenjauchen sind Brennesseln eine echte Wohltat für jeden Biogarten. Die Jauche düngt und vertreibt Blattläuse, die Brennessel selbst verhilft zum Beispiel anderen Kräutern wie der Pfefferminze zu mehr Aroma und kräftigem Wachstum und ist Nahrungspflanze für viele Insekten, vor allem Schmetterlinge.
 
  Brennesseln

sind fruchtbar.
  Mit dem „Kuß“ der Brennessel werden Gartenpflanzen vom Hauch der Wildnis gestreift. Die „Erinnerung“ an die Ursprünge weckt verborgene Kräfte in der gezähmten Verwandschaft.

Und, Kräuterhexen wußten es schon immer, Brennesseln helfen auch uns Menschen, aus dem Winterschlaf zu erwachen, unsere Vitalität wieder zu erwecken und verschüttete Lebenskraft neu aufsteigen zu lassen. In früheren Zeiten, als es noch kein Treibhausgemüse und keine Südfrüchte in Supermärkten gab, war das erste wilde Kräutergrün lang erwartet und heiß begehrt, denn es lieferte nach so manchem langen, harten Winter frische, lebenswichtige Nahrung im Überfluß.

Brennesseln enthalten u.a. reichlich Eisen, Vitamin C (angeblich doppelt soviel wie die Zitrone), Vitamin A, B- Vitamine, Vitamin E, Kalzium, Kalium, Magnesium, Kieselsäure, Spurenelemente, Chlorophyll, Carotiniode, Flavonoide .

Sie sind eine ideale Nahrung, denn sie versorgen unsere Körper nicht nur mit wichtigen Nährstoffen, sondern sie unterstützen auch die natürlichen Körperfunktionen und – selbstverständlich - sind sie ein hervorragendes Heilmittel!

So wirkt Brennessel zum Beispiel harntreibend, entwässert damit das Gewebe und hilft bei der Ausscheidung von überschüssigen Chlorid - Ionen, Harnsäure und Harnstoff. Das macht sie bestens geeignet für Frühjahrs –Kuren, die den Organismus nach dem Winter wieder in Schwung bringen und reinigen.

Sie aktiviert den Stoffwechsel und regt Magen, Darm und Bauchspeicheldrüse an. Bei Schwächezuständen und nach überstandenen Krankheiten kräftigt sie den Körper und fördert so die Rekonvaleszenz. Durch den hohen Gehalt an Eisen, Chlorophyll und Vitamin C regt sie die Bildung roter Blutkörperchen an. Durch ihre Brennwirkung auf der Haut fördert sie die Erwärmung und Durchblutung z.B. von Gelenken und hilft, rheumatische Beschwerden zu lindern.
 
  Brennesseln

sind Nahrung.
  Eine etwas drastische, aber alt bewährte Anwendungsmethode bei Rheuma ist das Schlagen der Haut über den betroffenen Gelenken mit frischen Brennesselruten, die sogenannte Urtifikation. Die wird allerdings nicht von allen Menschen vertragen, weil es dadurch auch zu allergischen Reaktionen kommen kann. Wer diese Methode also ausprobieren möchte sollte sich mit entsprechender Vorsicht langsam herantasten und wer weiß, daß er auf „normale“ Brennesselstiche schon stark reagiert läßt es besser ganz bleiben.

Angeblich sollen schon die in Britannien stationierten römischen Legionäre, den durch die ihnen ungewohnte Kälte und Feuchtigkeit verursachten Gelenkschmerzen durch Einreiben mit frischen Brennesseln zu Leibe gerückt sein.

Die Brennessel wird astrologisch dem Planeten Mars und dem Element Feuer zugeordnet. Sie hat einen wärmenden, trockenen Charakter.

Elisabeth Brooke beschreibt sie u.a. als eine Pflanze, die den Körper, vor allem die Lunge, von überschüssigem Schleim befreit und empfiehlt z.B. einen Brennesselsirup, der mit Honig hergestellt wird bei Asthma, Kurzatmikgeit und Bronchitis. Außerdem empfiehlt sie die Einnahme gegen Ende der Schwangerschaft, zum einen wegen des hohen Eisengehaltes, zum anderen, weil Brennessel die Milchdrüsen anregen soll.

Wegen der Stoffwechsel -aktivierenden , reinigenden und leicht adstringierenden Wirkung ist die Brennessel innerlich wie äußerlich ein traditionelles Mittel bei Hautausschlägen und Ekzemen.

Nicht zu vergessen ist auch die positive Wirkung von Brennesselextrakten auf Haare und Kopfhaut. Regelmäßige Haarspülungen mit Brennesseltee, oder besser noch einer Abkochung aus Brennesselwurzeln, machen die Haare geschmeidig und glänzend. Die Durchblutung der Kopfhaut wird angeregt und die Haarwurzeln werden wieder besser mit Nährstoffen versorgt.
 
  Brennesseln

wandeln Totes in Lebendes.
  Eine enorme Wirkung auf die (Haar-) Gesundheit haben auch die Fruchtstände der Brennessel, wenn sie verspeist werden.

Diese Wirkung machten sich früher sogar Pferdehändler zu nutze, denn ins Futter gemischt verliehen die Früchte den Pferden ein seidig glänzendes Fell und es wird behauptet, daß auf diese Weise sogar noch aus dem klapprigsten Gaul ein feuriges Ross wurde, - zumindest für den Augenblick.

Nun, was für Pferde gut ist, kann in diesem Fall für Menschen ja nicht schlecht sein. Und eng verknüpft mit dem Wunsch nach Verjüngung war ja auch schon immer der Wunsch nach Steigerung bzw. Wiederherstellung der Liebesfähigkeit, -hier insbesondere der männlichen.

So mancher Mann, dessen Leidenschaft etwas erkaltet war, wollte durch die Brennessel wieder zum feurigen Hengst werden.

So wird mit den Samen schon seit der Antike allerlei Liebeszauber betrieben. In antiken Fruchtbarkeitsriten, und nicht nur dort, soll Männern sogar durch Schlagen mit frischen Brennesselruten auf die Sprünge geholfen worden sein, - sagt u.a. ein gewisser Herr Petronius. Ob er´s selbst auch ausprobiert hat? ?

Nun, wie gesagt, die Brennessel ist eine Marspflanze und Mars repräsentiert ja bekanntlich das männliche Prinzip in seiner reinsten Form.

Und wers nicht glaubt und den Mut dazu hat, der kanns ja ausprobieren, -aber bitteschön unter Einhaltung der oben zur Urtifikation genannten Sicherheitsvorkehrungen und auf eigene Verantwortung sowieso! *hüstel*
 
  Brennesseln brennen.

  Gut, wende ich mich nun wieder der mir etwas vertrauteren Anwendungsmöglichkeiten zu, - der hexisch magischen nämlich.

Für europäische Kräuterhexen ist die Brennessel nämlich eine äußerst wertvolle Begleiterin und unverzichtbar. Sie umgibt uns überall, sogar in Großstädten gedeiht sie üppig und mit ihr erobert sich die Wildnis in Hinterhöfen, an Straßenrändern, in noch so gepflegten Parks und Vorgärten neue Räume zurück. Sie wächst, ob erwünscht oder nicht, das ist ihr egal und sie hält ihre Bastionen mit so enormer Vitalität und Ausdauer daß es, Hexens helle Freude ist (die der ordnungsliebenden Kleingärtner und Landschaftspfleger freilich weniger...?)

In Brennesselhorsten wohnen die Geister, so heißt es, und wenn ich mir den üppigen Brennesselklan der sich auf meiner Bergwiese um einen toten Apfelbaum herum angesiedelt hat, so anschaue, dann weiß ich, - also dort wohnen auf jeden Fall Geister.

Diese Ecke ist und bleibt wild. Nicht daß ich das jemals hätte ändern wollen, aber als ich letzten Frühling versuchte, den jungen Brennesseltrieben mehr Platz und Licht zu verschaffen indem ich die Reste der vorjährigen Pflanzen entfernen wollte, ist mir ziemlich schnell klar gewesen, daß ich das vergessen kann. Ich versuchte die trockenen Stengel abzuschneiden aber irgendwie wurden die trotzdem nicht weniger. Außerdem hatten sie sich zusammen mit toten Ästen, jungen Heckenrosen und Brombeerranken zu einem solch undurchdringlichen Dickicht verwoben, daß ich mein Vorhaben nur mit brachialen Methoden hätte durchsetzen können, wenn überhaupt. Ich habs einfach sein gelassen. Zugeben muß ich allerdings, daß die Idee mit dem “Licht- und Platz-Verschaffen” nicht ganz uneigennützig war. Ich dachte mir nämlich, daß die Pflänzchen dann besser wachsen und ich sie leichter ernten könnte. Wie gesagt, es hat einfach nicht funktioniert. Zu meiner üppigen Brennesselernte bin ich aber trotzdem gekommen.

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