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  Verschiedene Methoden der Sprossenanzucht

  Um Keime und Sprossen selbst anzuziehen, haben Sie unterschiedlichste Möglichkeiten. Für welche Sie sich entscheiden hängt zum einen davon ab, welche Arten von Sprossen Sie ziehen möchten, zum anderen aber auch, wieviel Geld sie für Ihre private Sprossenzucht anlegen wollen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Sprossenanzucht kann sich jeder leisten. Und jeder, der an gesunder Ernährung Interessiert ist, sollte das ernsthaft in Erwägung ziehen. Sprossen selbst anzubauen bedeutet nämlich, daß Sie regelmäßig, auch im Winter, superfrisches, leckeres Gemüse in von Ihnen selbst bestimmten Mengen zur Verfügung haben, das neben Frische und Geschmack auch in Sachen Inhaltsstoffe jedem winterlichen Kopfsalat den Rang abläuft.

Und selbst wenn Sie sich die teuersten Anzuchtgeräte anschaffen, werden Sie damit weniger Geld los, als bei Ihrem wöchentlichen Einkauf beim Gemüsehändler für schlappe Treibhaussalate oder wässrige Hollandtomaten (im Winter wohlgemerkt). Die Frage ist also nicht wirklich, was es kostet, sondern welches System wofür funktioniert.
 
  Methode 1

Anzucht von Kresse-Grünkraut
  Grundsätzlich unterscheide ich zwei Arten von Sprossenanzucht:

1. Die Anzucht von Grünkraut auf einem Haltemedium, z.B. Kresse auf Küchenpapier / Sand oder in der Keimschale. Die oberen Pflanzenteile bleiben trocken, während das Substrat immer feucht gehalten wird bzw. die Wurzeln im Wasser hängen. Dabei werden nur die oberen grünen Teile (Grünkraut) abgeschnitten und die Wurzeln nicht mit gegessen.

2. Die Anzucht in Keimgefäßen, - d.h. die Samen keimen lose in einem Gefäß (z.B. Marmeladenglas) aus und müssen regelmäßig gespült werden. Hier wird die gesamte, weniger weit entwickelte Keimlingspflanze gegessen.

Meine Erfahrung ist, daß nicht jede Methode für alle Samenarten gleich gut geeignet ist.

Die Anzucht von Kresse, Rucola, Brokkoli oder Leinsamen beispielsweise gelingt am besten mit Methode 1. Besonders Kresse und Leinsamen, deren Körner ja sehr viel Schleim absondern, sind geradezu dafür geschaffen. Sie trocknen durch den Schleim nämlich nicht so leicht aus ( was übrigens der Schwachpunkt dieser Methode ist) und bei Methode 2. würden die Samen schnell verkleben und die glitschigen Samenschalen, die zwangsläufig mit im Essen landen sind auch nicht jedermanns Sache.
 
  Methode 2

Mungbohnenkeimlinge
  Für Bohnen, Erbsen, Linsen oder auch Getreide (es sei denn, Sie möchten z.B. Weizengras bekommen), ist Methode 2. die Methode der Wahl.

Sehr unkompliziert ist beispielesweise Alfalfa. Das gedeiht in beiden Systemen, wobei Sie bei Methode 2. größere Mengen ernten, weil ja die Wurzeln mit dabei sind.

Wenn Sie also sehr unterschiedliche Arten von Keimsprossen mögen, dann kommen Sie kaum drum herum, beide Methoden zu kombinieren. Und bei intensiver Sprossenzucht in größeren Mengen, lohnt sich dann auch die Anschaffung fertiger Keimgeräte, die es im Handel zu kaufen gibt, denn sie sind leicht zu pflegen und ersparen Arbeit. Dazu später.

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